Adventsandacht Scouts

Freu dich nicht zu spät!

Unter diesem Motto stand die diesjährige Adventsandacht in der Klosterkirche am 02.12.2018, die wieder einmal von den Scouts gestaltet und musikalisch umrahmt wurde.

„Freu dich nicht zu spät“. Dieser Spruch stammt von der "zweiten Haltestelle" aus dem Buch "Singen, beten, Glühwein trinken" (Thomas Ochs, Matthias Leis und Johannes Treffert). Der Erzähler fand diesen Spruch beim Aufräumen des Schreibtisches und kam dann ins Grübeln. „Heißt es nicht, freu dich nicht zu früh?“ fragte der Scouts-Chor in die Runde der Andachtsbesucher. „Gibt es ein zu spät bezogen auf die Freude an Weihnachten?“

Diakon Klaus Börger meinte: „Schon seit September finden wir die ersten Lebkuchen und ab Oktober die ersten Nikoläuse und Weihnachtsmänner in den Läden, dann könnten wir heute doch schon mit Weihnachten fertig sein?“

Anschließend folgten Impulse für die Andachtsbesucher:

  • Empfinde ich wirkliche Freude bei der Vorbereitung des Weihnachtsfestes oder artet das Abarbeiten der To-Do-Liste in Stress aus ...
  • Kann ich mir bewusst Zeit für die Freude nehmen oder ist mein Terminkalender dafür viel zu voll ...
  • Kann ich die Last des Alltags einmal ruhen lassen und mich der Freude öffnen oder hindern mich Sorgen und Ängste daran ...
  • Schaffe ich es, den Blick auf das zu richten, was Weihnachten eigentlich ausmacht, oder verzettele ich mich in meinem Perfektionismus ...
  • Kann ich – auch im Blick auf die biblische Erzählung von der Geburt Jesu – darauf vertrauen, dass sich das Weihnachtswunder auch unter nicht perfekten Umständen zeigt ...
  • Kann ich aus der Quelle der Weihnachtsfreude für mein Leben Lebensfreude schöpfen ...

Also würde es da nicht Sinn machen, einmal weniger Termine in die Vorweihnachtszeit zu legen, weniger Weihnachtsfeiern oder -märkte zu besuchen? Lieber mit Freude ein Fest vorbereiten – auch wenn nicht alles perfekt ist – als eine perfekte Vorbereitung, bei der das Wichtigste zu spät kommt oder ganz fehlt.

Zwischen den einzelnen Texten sangen die Scouts unter der Leitung von Jan Riedel stimmgewaltig und sehr harmonisch und sorgten damit für eine besinnliche Adventsstimmung.

Zum Abschluss bot Simone Selbmann vom Scouts-Chor noch eine „Gebrauchsanleitung für 5 Minuten echten Advent“ an:

Handy ausschalten,
Tee aufbrühen,
Kerze anzünden,
Beine hochlegen,
Gedicht lesen:

Bleib einmal stehn und haste nicht.

Schau das kleine stille Licht,

hab einmal Zeit für dich allein

zum reinen Unbekümmertsein.

 

Lass deine Sinne einmal ruhn,

hab den Mut zum gar nichts tun.

Lass die wilde Welt sich drehn,

hab das Herz, sie nicht zu sehn.

Sei wieder Mensch und wieder Kind

und spür, wie Kinder glücklich sind.

Dann bist von aller Hast getrennt,

du auf dem Weg hin zum Advent.

... und anschließend Tee und Gebäck genießen.

In diesem Sinne wünschen wir allen eine besinnliche Adventszeit und anschließend ein frohes Weihnachtsfest!

Eleonore Schweizer