Am Aschermittwoch und an den Sonntagen in der Fastenzeit gibt wieder musikalische Grüße zu hören.

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Musikalischer Gruß zum Palmsonntag

Zum Abschluss der musikalischen Grüße in der Fastenzeit hören Sie den gregorianischen Gesang "Christus factus est". Es handelt sich bei diesem eindrücklichen Gesang um das Graduale des Palmsonntags, also das Stück, das nach der 1. Lesung gesungen wird.

Christus factus est pro nobis

oboediens usque ad mortem,

mortem autem crucis.

Versus

Propter quod et Deus exaltavit illum

et dedit illi nomen,

quod est super omne nomen.

Christus wurde für uns

gehorsam bis zum Tod,

bis zum Tod am Kreuz.

Vers

Darum auch hat Gott ihn erhöht

und ihm den Namen gegeben,

der über allen Namen steht.

 

Musikalischer Gruß zum 5. Fastensonntag

Diesmal hören Sie die Fuge in g-Moll von Johann Sebastian Bach. Diese Fuge wird seit dem 19. Jahrhundert der bereits erklungenen Fantasie in g-Moll zugeordnet, kann aber genau so gut als Einzelwerk angesehen werden. Es gibt keine Belege dafür, dass die beiden Stücke zu Lebzeiten Bachs zusammen erklangen.
Das Entstehungsdatum dieser Komposition liegt um das Jahr 1720. Bach hatte sich (erfolglos) um die Organistenstelle an St. Jacobi in Hamburg beworben. Im Zuge dieser Reise spielte er auch in der Hamburger Katharinenkirche. Es gibt Hinweise darauf, dass Bach die g-Moll-Fuge dort zu Gehör brachte.
Das Thema der Fuge ist die leicht abgewandelte Melodie eines niederländischen Volksliedes. Sehr wahrscheinlich ist das kein Zufall. Denn an der besagten Katharinenkirche war der Niederländer Johann Adam Reincken Organist, den Bach sehr verehrte. Die Fuge kann also gewissermaßen als Reverenz an den - im wahrsten Sinne des Wortes - alten Meister gesehen werden.
 

Musikalischer Gruß zum 4. Fastensonntag

Es erklingt Moritz Brosigs Choralvorspiel über den Choral "O Traurigkeit, o Herzeleid".
Der zugehörige Text stammt von Friedrich Spee (1. Str.) sowie von Johannes Rist (2. Str.) und lautet:

1. O Traurigkeit,
o Herzeleid!
Ist das nicht zu beklagen?
Gott, des Vaters einig Kind,
wird ins Grab getragen.
 
2. O große Not!
Gott's Sohn liegt tot,
am Kreuz ist er gestorben;
hat dadurch das Himmelreich
uns aus Lieb erworben.

Musikalischer Gruß zum 3. Fastensonntag

Diesmal ist es ein Stück aus dem Repertoire des Gregorianischen Chorals: der Introitus "Oculi mei semper ad Dominum" - "Meine Augen schauen allezeit zum Herrn". Ein Introitus ist in der katholischen Kirche der Gesang zum Einzug; jeder Sonntag und jedes Fest haben einen eigenen. Aber auch in der evangelischen Kirche gibt es Überreste dieser gregorianischen Introiten. Manche Sonntage tragen dort einen Namen - der heutige heißt z. B. "Okuli". Es gibt unter anderem auch die Sonntage "Judika" (6. Fastensonntag) oder "Quasimodo Geniti" (2. Sonntag der Osterzeit) und noch einige mehr. Sie haben ihren Namen vom ersten Wort des Introitus, der für den jeweiligen Sonntag vorgesehen ist. In der katholischen Kirche gibt es nur noch zwei Tage, die einen solchen "Namen" haben: der 3. Adventssonntag "Gaudete" und der 4. Fastensonntag "Laetare".

Der Text lautet:

Oculi mei semper ad Dominum,
quia ipse evellet de laqueo pedes meos :
respice in me, et miserere mei,
quoniam unicus et pauper sum ego.
 
Ps. 1
Ad te, Domine, levavi animam meam :
Deus meus, in te confido,
non erubescam.
 
 
Meine Augen schauen stets auf den Herrn;
denn er befreit meine Füße aus dem Netz.
Wende dich zu mir und sei mir gnädig,
denn ich bin einsam und gebeugt.
 
Psalm 1
Zu dir, Herr, erhob ich meine Seele.
Mein Gott, auf dich vertraue ich.
Lass mich nicht zuschanden werden.

Musikalischer Gruß zum 2. Fastensonntag

Heute erklingt die Fantasia g-Moll von Johann Sebastian Bach. Dieses beeindruckende Werk besteht aus fünf Teilen. Die Teile eins, drei und fünf sind jeweils geprägt von Läufen, die sich über den gesamten (damaligen) Tastaturumfang erstrecken sowie von dissonanten Akkorden und Akkordketten, die manchmal gar kein Ziel zu finden scheinen. Die Zwischenteile zwei und vier sind von innigem Charakter. Es erklingt ein Motiv, dass sich über einem schreitenden Bass durch die drei Oberstimmen zieht.


Musikalischer Gruß zum 1. Fastensonntag

Pachelbel verarbeitet den Choral in zwei Teilen:
Der erste Teil ist eine Art Vorspiel. Er verwendet als Themenmaterial nur die erste Melodiezeile (O Lamm Gottes unschuldig). Dieses Motiv zieht sich durch alle Stimmen.
Im zweiten Teil erklingt der vollständige Choral in vergrößerten Notenwerten in der Oberstimme. Nach jeder Melodiezeile gibt es ein kurzes Zwischenspiel bevor wiederum die Melodie des Chorals erklingt. Manchmal kann man aus diesen Zwischenspielen bereits die folgende Melodie heraushören.
 
Der Text - aufgeteilt in die einzelnen Melodiezeilen - lautet:
O Lamm Gottes unschuldig
Am Stamm des Kreuzes geschlachtet,
Allzeit erfunden geduldig,
Wiewohl du warest verachtet;
All' Sünd' hast du getragen,
Sonst müssten wir verzagen.
Erbarm dich unser, o Jesu.

Musikalischer Gruß am Aschermittwoch