Schneeflöckchen, Weißröckchen

Passend zu unseren Vorbereitungen auf die Adventsveranstaltung am Wochenende lag letzten Sonntag der erste Schnee. Im Moment sind wir sehr mit dem Aufbau für unsere Adventsveranstaltung beschäftigt: die Hütten stehen schon (siehe Bild unten), wir haben auch schon diversen Schmuck wie z.B. Lichterketten in unseren Kugelakazien angebracht, aber einige kleine Details fehlen noch.

Letzte Woche sind bereits vier Schwestern aus Südamerika angekommen, um bei der Veranstaltung dabei zu sein. Drei davon kannte ich bereits vom Generalkapitel im Juli, da es sich um die drei Generalratsschwestern handelt, die mit einer Übersetzerin gekommen sind. Wir haben uns sehr gefreut uns wiederzusehen.

Gartenarbeit im Herbst

Auch wenn es manche nicht glauben können – wir haben auch noch Arbeit im Garten. Auf dem Acker befinden sich noch einige Pflanzen, die wir vor dem Frost schützen müssen. Bei den aktuellen Temperaturen müssen wir öfters warten bis das Gemüse aufgetaut ist, bevor wir es ernten dürfen. Manchmal habe ich dabei schon das Gefühl, dass mir meine Finger abfrieren (keine Sorge, ich trage schon Handschuhe, und zwar zwei Paar). Im Gewächshaus, wo wir alle zwei Wochen Jungpflanzen wie z.B. Ackersalat setzen müssen, ist es zum Glück schön warm.

Wenn die Arbeit doch mal etwas weniger ist, dann wurde ich in der Backküche zum Verpacken der von unserer Konditorin hergestellten Plätzchen, Schokoladentafeln und -figuren gebraucht, damit alles zur Adventsveranstaltung verkaufsbereit ist.

Taizé-Gebet

„Behüte mich, Gott, ich vertraue dir, du zeigst mir den Weg zum Leben. Bei dir ist Freude, Freude in Fülle.“

Letztes Wochenende haben wir mit unserem Chor Cantemus zu dessen 25-jährigen Jubiläums ein Taizé-Gebet in der Klosterkirche veranstaltet. Bei Kerzenlicht sangen wir einige bekannte und auch weniger bekannte Taizé-Lieder und wurden von den Besuchern und Schwestern dabei unterstützt.

Dazwischen gab es einige Impulse, Schriftlesungen und Gebete. Wir überlegen bereits, in der Fastenzeit wieder ein Taizé-Gebet zu veranstalten.

Heilige Elisabeth von Thüringen

Dieses Konzert fand am Gedenktag der Heiligen Elisabeth vom Thüringen statt, die in der franziskanischen Bewegung sehr verehrt wird.

Begonnen wurde daher der Tag mit „Brot und Rosen“ - es beim Frühstück schön hergerichtetes Zopfbrot und auf jedem Tisch stand eine Rose -  als Anspielung auf das legendäre Rosenwunder.

Die im 13. Jahrhundert lebende Landgräfin Elisabeth von Thüringen ist für ihre Hilfsbereitschaft und Fürsorge der Kranken und Armen gegenüber bekannt. Als sie noch auf der Wartburg an der Seite ihres Mannes lebte, ging sie eines Tages laut Legende mit einem abgedeckten Korb voll Lebensmitteln in das Dorf, um die Armen zu speisen. Als sie von ihrem Gatten nach dem Inhalt des Korbes gefragt wurde, antwortete sie „Rosen, mein Herr“. Als dieser misstrauisch in den Korb blickte, befanden sich darin wirklich Rosen.

Nach dem Tod ihres Mannes verließ die Witwe die Wartburg und zog nach Marburg, wo sie sich bis zu ihrem frühen Tod um Arme und Kranke kümmerte. In ihrem Handeln und Denken ähnelte sie der franziskanischen Spiritualität, die sie durch Franziskaner-Brüder kennenlernte. Sie gründete mehrere Hospitale, u.a. ein Hospital in Marburg, dessen Kapelle das Patronat des heiligen Franziskus bekam.

Alltag, Allerheiligen, Allerseelen und allerlei Begegnungen

Ansonsten gab es zwischenzeitlich seit den Feiertagen Anfang des Monats wirklich eine Zeit, die man als Alltag bezeichnen könnte – abgesehen vom Besuch des Schwesterntags im Kloster Reute, einer musikalischen Fortbildung mit Vorstellung eines potentiellen neuen Stundenbuchs und meinem ersten alleinigen Einsatz als Mesnerin. Allerheiligen und Allerseelen wurde bei uns übrigens getrennt gefeiert. Hier gab es am Allerseelentag nachmittags eine gemeinsame Andacht und an Allerheiligen wurde das eigentliche Allerheiligenfest mit einer Messe in der Hauskapelle gefeiert.

In dieser kurzen Woche konnte ich mich auch noch über ein paar wirklich schöne Begegnungen freuen. Meine Mutter war über die Feiertage zu Besuch und einen Tag zuvor erhielt ich noch Besuch aus Neckarsulm: Pastoralreferentin Elisabeth Schick machte eine kleine Reise durch das Oberland, um verschiedene Termine und Besuche zu erledigen. Nach einem lustigen Abend besuchten wir am nächsten Tag gemeinsam die Messe um 7 Uhr (auch wenn Elisabeth offiziell die Erlaubnis hatte auszuschlafen). Nach einem Klosterrundgang, der anschließenden Mittagshore mit einer „light-Version“ des „Engels des Herrn“ (wenn Gäste anwesend sind, wird nicht auf Latein gebetet und es gibt nur ein „Gegrüßet seist du Maria“) und dem Mittagessen verabschiedete sie sich wieder. Wie gut, dass ich von ihr erfahren habe, dass ich am darauffolgenden Sonntag in die Messe nach Rot an der Rot in die prachtvolle St. Verenakirche gehen musste. Dort erlebte ich mal wieder einen Gottesdienst wie in meiner Heimatgemeinde in Neckarsulm und freute mich über das Wiedersehen mit unserem Dekan, der aus familiären Gründen in Rot zelebrierte.

Diese schönen Begegnungen aus der Heimat lassen schon mal die Vorfreude auf den nächsten Heimaturlaub wachsen, aber bevor es soweit ist, beginnt jetzt in die heiße Phase bei unserer Adventsveranstaltung…