Auch im Kloster Bonlanden spürt man gerade, dass Sommerferien sind.

Es fehlen immer einige Schwestern, die sich im Urlaub oder bei Exerzitien befinden. Urlaub bedeutet entweder „Heimaturlaub“ bei der Familie oder an einem ganz anderen Ort (es kann, aber muss kein anderes Kloster sein). Manche machen auch beides hintereinander, ein paar Schwestern fahren in Gruppen gemeinsam in den Urlaub, andere fahren mit Verwandten weg. Es gibt also verschiedene Möglichkeiten seinen Urlaub als Schwester zu verbringen. Auf jeden Fall hat man als Schwester drei Wochen Urlaub im Jahr. Das wird für mich auch ab der zeitlichen Profess gelten.

Außerdem ist bei vielen Aktivitäten Sommerpause: kein Bibel teilen, kein Chor, kein Unterricht, kein gemeinsames Abendessen der Formation. Formation bedeutet übrigens die Ausbildung hier im Kloster. Damit sind die Schwestern gemeint, die für meine Ausbildung zuständig sind und ich.

Also habe ich außerhalb der Gartenarbeit deutlich mehr Freizeit und kann das zumeist gute Wetter abends genießen (wobei auch Spaziergänge in strömendem Regen bei guter Gesellschaft Spaß machen).

So ganz stimmt es aber nicht mit der Sommerpause beim Chor. Damit uns nicht allzu langweilig wird, sind die Chorleiterin und ich während der eigentlichen Singstunde fleißig dabei, die vorhandenen Noten zu erfassen und zu ordnen. Dabei sind meine Erfahrungen als Notenwartin vom Kirchenchor St. Dionysius sehr hilfreich.

Hochzeit

Gleich zu Beginn der Sommerferien wurde die Ruhe auch noch durch DAS Großereignis des Jahres in Berkheim unterbrochen (der Gartenchef nannte es „Berkheim rockt“):

die Hochzeit des Bürgermeisters von Berkheim in unserer Klosterkirche.

Schon die Vorbereitungen dazu waren recht aufwändig: zusätzliche Bänke in der Kirche (die GANZE Gemeinde war eingeladen), Klärung der Anzahl der zu erwartender Ministranten aus Berkheim, zusätzliche Hocker für die Ministranten (ALLE Ministranten waren eingeladen), Abstimmung des Blumenschmucks, Reparatur der Kniebänke des Brautpaars damit sie nicht während der Trauung zusammenbrechen, Abstimmungen wegen des anschließenden Stehempfangs auf dem Klostergelände, ….

Am eigentlichen Tag selbst kam kurz zuvor trotz guter Vorbereitung noch ein bisschen Durcheinander auf. Es kamen mehr Leute, die alle im Altarraum unterkommen wollten: verschiedene Fahnenträger, die Studentenverbindung des Bürgermeisters (es standen plötzlich ein paar junge Männer in der Sakristei und fragten uns, wo sie sich umziehen können), unser Pater und ein angehender Priester, der die Predigt gehalten hat. Am Ende mussten eben einige der Beteiligten die über 1,5 Stunden lange Hochzeit im Stehen aushalten, während wir von der Sakristei aus die Feier beobachteten und im Herzen dem Bürgermeister und seiner Frau alles Gute und Gottes Segen für die gemeinsame Zukunft wünschten.

Nachdem endlich alles wieder aufgeräumt war, verpasste ich das halbe Mittagessen und putzte anschließend noch den Boden im Refektorium bei Blasmusikunterhaltung, die vom Stehempfang herüberschallte.

Virus

Zwei Wochen später gab es erneut Aufregung am Wochenende, diesmal war der Anlass aber nicht ganz so erfreulich. Am Sonntagmorgen fehlte etwa die Hälfte der Schwestern bei der Laudes und beim Frühstück. Wie sich anschließend herausstellte, ging ein Magen-Darm-Virus um. Zuerst dachte ich ja, dass ich verschont wurde, aber mich traf es dann doch noch mit einem Tag Verspätung. Am Montag schleppte ich mich irgendwie durch den Arbeitstag (man kann Buschbohnen gut im Sitzen ernten) und anschließend noch durch die Vorabendmesse zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Danach legte ich mich ins Bett, entschloss mich am nächsten Tag lieber nicht zu arbeiten und schlief erst mal 12 Stunden. Das eigentliche Hochfest verbrachte ich im Bett und erschien erst wieder zur Vesper in der Kapelle.

Zum Glück ist hier in jedem Zimmer ein Lautsprecher eingebaut, so dass man im Krankheitsfall die Messen und Stundengebete aus der Hauskapelle und der Kirche auf dem Zimmer mitverfolgen kann. So verpasste ich weder die Laudes noch die Mittagshore.

Zum Sammeln der Kräuter für die Vorabendmesse reichte es krankheitsbedingt leider auch nicht mehr. Da aber am darauffolgenden Sonntag mit der Gemeinde das Hochfest nachgefeiert wurde, wollten wir am Freitagabend einen neuen Versuch starten, doch ein Gewitter, bei dem ich im Gewächshaus Unterschlupf suchen musste, vereitelte auch diesen Plan. Am Samstag schafften wir es dann aber doch noch Kräuter für unsere Kräuterbuschen zu sammeln wie auf dem Bild oben zu sehen ist.

Ausflüge

In der Sommerzeit habe ich auch zwei „Ausflüge“ unternommen. Einmal waren wir von der Formationsgruppe aus im Stuttgarter Planetarium. Im Anschluss an die sehr interessante Vorstellung im Planetarium waren wir noch im Schlossgarten spazieren und Kaffee trinken. Es war schon lustig, wie viele Menschen uns etwas erstaunt angeschaut haben – drei Schwestern im Ordenskleid zusammen mit einer jungen Frau unterwegs in unserer Landeshauptstadt.

Franziskusheim Schwenningen

Die zweite Reise ging zu unserem Standort in Schwenningen, wo sich das Franziskusheim befindet, ein Gebäudekomplex mit Altenheim und Kindertagesstätte. Bilder dazu gibt es in der Galerie unten.

Ich begleitete die Provinzoberin bei ihrer „Abschiedsfahrt“ vor den Neuwahlen im September damit ich auch noch diesen Standort kennenlernen konnte. Die Hinfahrt war schon sehr unterhaltsam, da wir ohne Navi von Dorf zu Dorf fahren mussten und wir beide den Weg gar nicht (in meinem Fall) bzw. nur ein bisschen kannten. Irgendwann kamen wir schließlich am Ziel an, nachdem wir einfach immer Richtung „alle Richtungen“ gefahren sind.

In Schwenningen lernte ich schließlich die drei Schwestern kennen, die dort einen Konvent bilden, und wir verbrachten einen schönen Tag zusammen. Während die Provinzoberin die Schwestern über das anstehende Provinzkapitel Ende September informierte, nutzte ich die Zeit, um zum Neckarursprung zu spazieren (siehe Bild) und Grüße nach Neckarsulm den Neckar entlang mitzuschicken.

Bevor ich mich jetzt selbst in diese Richtung in den zweiwöchigen Heimaturlaub verabschiede und dort hoffentlich viele Freunde und Bekannte treffen werde (die Crêpes vom Kirchenchor auf dem Ganzhornfest sind sehr zu empfehlen!), wollte ich noch eine Veranstaltung in Bonlanden – passend zur Jahreszeit - ankündigen und damit erklären, was es mit dem Bild am Anfang des Berichts auf sich hat:

Am letzten Novemberwochenende (25./26.11.2017) findet im Kloster Bonlanden eine große Adventsveranstaltung mit einem interessanten Rahmenprogramm statt:

MEHR ADVENT – Jetzt ist die Zeit

Weitere Informationen gibt es hier auf der Seite vom Kloster Bonlanden. Ich würde mich auf jeden Fall über Gäste aus der Heimat freuen!

Jetzt steht aber erst noch mein Sommerurlaub an...

Franziskusheim ...
Franziskusheim - Altenheim in Schwenningen
Franziskusheim ...
Franziskusheim - Kindertagesstätte in Schwenningen
Neckarursprung ...
Neckarursprung in Schwenningen
Neckarursprung ...
Neckarursprung in Schwenningen
Neckar in Schwe...
Neckar in Schwenningen
Franziskusheim ...
Franziskusheim in Schwenningen