Generalkapitel

Der Juli war sehr spannend hier in Bonlanden. Das lag vor allem daran, dass zwei Wochen lang das sogenannte Generalkapitel war. Ein Generalkapitel findet alle sechs Jahre statt um eine neue Leitung zu wählen, auf die letzten Jahre zurückzublicken und die Weichen für die Zukunft neu zu stellen. Beim Kapitel nehmen Schwestern aus allen Provinzen (in unserem Fall die spanische Provinz mit Argentinien und Paraguay, die portugiesische Provinz mit Brasilien und die deutsche Provinz) als Delegierte teil, weshalb bereits eine Woche vor dem Start des Kapitels 10 Schwestern aus Südamerika bei uns angekommen sind.

Schwestern aus Südamerika

Diese eine gemeinsame Woche mit den Schwestern ging sehr lebhaft zu, man merkte wirklich die andere Mentalität vor allem im Refektorium bei den Mahlzeiten. Auch die gemeinsamen Gottesdienste während des Kapitels, die teilweise von den Schwestern aus Südamerika vorbereitet wurden, spiegelten dies wider – sei es durch die schwungvolle Musik, einen meditativen Tanz statt des Danklieds oder beim tanzenden Einzug mit dem Messbuch zu lateinamerikanischer Musik.

Wir unternahmen vor Beginn des Kapitels ein paar Ausflüge mit ihnen wie z.B. ins Kloster der Franziskanerinnen von Dillingen, wo die Wurzeln vom Kloster Bonlanden liegen, oder zur Fazenda in Irsee.

Für die sprachlichen Barrieren kamen dann noch extra drei Schwestern von anderen Klöstern um beim Generalkapitel zu übersetzen. Dies sorgte dafür, dass so viele Schwester im Refektorium aßen, dass uns manchmal das Geschirr ausging und wir im Tagungshaus „klauen“ mussten.

Während des Kapitels trat plötzlich Ruhe ein, da die Delegierten getrennt von uns im Tagungshaus ihre Sitzungen hatten, aßen und beteten. Vor allem im Refektorium und in der Kapelle bei den Stundengebeten bleib nur noch eine kleine Gruppe übrig.

Neue Generaloberin

Mit Spannung erwarteten auch wir das Ergebnis der Wahl der neuen Generaloberin. Zum ersten Mal wurde eine Schwester gewählt, die nicht aus Deutschland kommt: Schwester M. Graciela aus Argentinien (im Bild die dritte von links / mit Ordenskleid). Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses gingen wir zum Gebet mit Laternen in die Krypta unter dem Altarraum, wo unser Gründer Faustin Mennel bestattet ist. Dabei sagen wir das folgende spanische Taizé-Lied mit den Worten von Teresa von Ávila:

Nada te turbe,
nada te espante,
qien a Dios tiene
nada le falta.
Nada te turbe,
nada te espante,
solo Dios Basta.

(deutsche Übersetzung: Nichts beunruhige dich, nichts ängstige dich, wer Gott hat, dem fehlt nichts. Nichts beunruhige dich, nichts ängstige dich, Gott allein genügt.)

Am Abend des Wahltags gab es noch ein Grillfest zusammen mit den Angestellten, bei dem die neue Generaloberin auch den Mitarbeitern vorgestellt wurde.

Gute-Erde-Fest

Schon am darauffolgenden Sonntag wurde wieder gefeiert: Schwester Wasser, die neue Station des Sonnengesangswegs, wurde beim Gute-Erde-Fest eingeweiht. Bei schönstem Wetter wurde der schön hergerichtete und mit neuen kreativen Elementen ausgestattete Löschweiher gesegnet. Anschließend gab es Speis und Trank und verschiedene Programmpunkte. Die größte Überraschung an diesem Tag bereitete mir jedoch das Mesner-Ehepaar Zartmann aus St. Dionysius, das plötzlich morgens zum Gottesdienst in der Kirche saß und das Gute-Erde-Fest besuchte. Hier in Bonlanden konnten sie den Gottesdienst ohne Arbeit genießen. Dafür mussten sie warten bis ich mit dem Aufräumen in der Sakristei fertig war, da ich gerade als Vertreterin der Mesnerin eingearbeitet werde…

Auch sonst konnte ich mich über viele Besuche im Juli freuen, darunter auch einige Überraschungsgäste aus der alten Heimat, die ohne Vorankündigung auftauchten und mich zum Glück irgendwo ausfindig machen konnten (wir sitzen hier nämlich nicht den ganzen Tag in der Kapelle und warten bis etwas passiert…). Auf jeden Fall habe ich jetzt viel Übung im Präsentieren des Klostergeländes. Vielen herzlichen Dank für die vielen Besuche! Ich habe mich sehr über die vielen Begegnungen gefreut und zeige immer wieder gerne meine wunderschöne neue Heimat.

Gartenarbeit

Das Unkraut auf dem Acker gehört dabei eigentlich nicht zum geplanten Besichtigungsprogramm. Da aber der Gartenchef zwei Wochen im Urlaub war, hatten meine Kollegin und ich einfach keine Chance gegen den Wildwuchs. Wir waren mit der restlichen Arbeit so eingedeckt, dass wir uns auch ab und zu sogar abends trafen um Tomaten zu ernten. Als Belohnung teilten wir uns nach getaner Arbeit die erste eigene Melone (sehr lecker!).

Neben so vielen Ereignissen fand ich sogar noch Zeit einen leckeren Kuchen zu backen. Er wäre ja eigentlich für die Chorausschusssitzung vom Kirchenchor St. Dionysius in der alten Heimat gewesen, aber die Schwestern haben ihn bereits einen Tag zuvor komplett aufgegessen…

Unten gibt es noch ein paar Bilder zu den erwähnten Ereignissen.

Vor genau drei Monaten kam ich nach Bonlanden. Nach dieser doch relativ kurzen Zeit bin ich schon wirklich gut in die Gemeinschaft integriert und habe sehr viel erlebt. Jetzt freue ich mich aber erst mal auf die hoffentlich etwas ruhigere Sommerzeit…

 

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Kloster der Franziskanerinnen in Dillingen
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Kreuz der früheren Dillinger Meisterin Theresia Haselmayr, die zur Unterstützung in der Gründungsphase Schwestern nach Bonlanden geschickt hat
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Klosterkirche in Dillingen
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Fazenda in Irsee
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Eierverkauf auf der Fazenda in Irsee
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Nachtisch beim Grillfest nach der Wahl der Generaloberin
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Besuch aus St. Dionys - Familie Zartmann
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Gute-Erde-Fest: Seifenblasen
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Geschenk aus St. Dionys für die frühere Generaloberin (wir werden es sonntags genießen...)
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Besuch aus Neckarsulm
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Gartenarbeit: unser Hammer
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Blick auf die Gurken und Bohnen im Gewächshaus von oben
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Tomaten im Gewächshaus
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Schutzengel
Schutzengel