Gartenarbeit

Mittlerweile habe ich meine erste Arbeitswoche im Gemüsegarten gut überstanden und kann auf lehrreiche, spannende, unterhaltsame und teilweise auch etwas anstrengende Tage zurückblicken. Die Bioland Gärtnerei besteht aus einem Glashaus und zwei weiteren Gewächshäusern (siehe Bild), Frühbeeten und noch einem Acker (siehe Bild). Das Gemüse wird vor allem in der Klosterküche verwendet, aber auch extern verkauft (z.B. an andere Bauern zur Ergänzung ihrer Hofläden, an Bio-Läden oder an Mitarbeiter).

Da ich selbst nur einen Balkon hatte, fehlt mir schon etwas Erfahrung bei der Arbeit im Garten und auf dem Acker. Aber dank zwei netter Kollegen, die mich sehr gut anleiten und mir viel beibringen, klappte die Arbeit gut.

Die Woche bestand vor allem aus Blumenkohl, Bohnen, Salat, Melonen (!), Staudensellerie, Mangold, Petersilie, Radieschen, Rhabarber, Rucola, Gurken, Kürbis, Zucchini, Spinat, Lauch, … Es wurde geerntet, gesetzt, hochgeleitet, umgetopft, gehackt, Blüten entfernt, Gemüse gewaschen und verpackt.

Beim schlechten Wetter Anfang der Woche hatten wir zum Glück genug in den Gewächshäusern zu tun. Als wir dann auf dem Acker arbeiteten, war herrlicher Sonnenschein. Insgesamt macht es wirklich Spaß draußen im Gemüsegarten zu arbeiten und ich freue mich schon auf die neue Arbeitswoche. Der Muskelkater, auf den die anderen Schwestern gewartet haben, blieb übrigens aus – wahrscheinlich dank meiner jahrelangen sportlichen Aktivitäten.

Feierabend

Die restliche Zeit außerhalb der Arbeit war auch ereignisreich. Am Montag durfte ich die Generaloberin nach Ulm zum Friedensgebet fahren, das fast jeden Montag in einer anderen Gemeinde in Ulm stattfindet. Diesmal wurde es von den Franziskanerinnen von Bonlanden vorbereitet und fand in deren Schule St. Hildegard statt, die ich bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal sah.

Außerdem nahm ich bei diversen gemeinsamen Aktivitäten der Gemeinschaft teil wie z.B. dem gemeinsamen Einüben von neuen Liedern aus dem neuen Gotteslob (die ich schon alle aus Neckarsulm kannte) oder der gemeinsamen Anbetung donnerstags vor dem Mittagsgebet. Es war für mich schon ungewohnt einfach die Arbeit früher zu unterbrechen um schon um halb 12 in der Kapelle zu sein…

Am Dienstag wurde ich bei der Vesper, die ich gemeinsam mit der Hausoberin vorbereitet hatte, feierlich innerhalb der ganzen Gemeinschaft aufgenommen. Die Gemeinschaft schenkte mir dazu ein Tau, das jetzt in meinem Zimmer hängt (siehe Bild).

Tau

Das Zeichen T (Tau) ist der letzte Buchstabe im hebräischen Alphabet. Franziskus verwendete das Zeichen als Segenszeichen für seine Brüder und unterschrieb damit auch seine Briefe darunter diesen Segen für einen Mitbruder:

„Der Herr segne und behüte dich.
Er zeige dir sein Angesicht und erbarme sich deiner.
Er wende dir sein Antlitz zu und schenke dir den Frieden.“

Das Tau ist deshalb heutzutage das Zeichen für die franziskanische Familie als Vermächtnis des heiligen Franziskus.

Stufen der Ordensausbildung

Sicherlich ist in diesem Zusammenhang auch interessant welche einzelnen Stufen es bei der Ausbildung hier im Kloster gibt. Zuerst beginnt man mit einer Probezeit vor den offiziellen kirchlichen Ausbildungsstufen als Vorpostulantin. In diesem Stadium befinde ich mich aktuell. Diese Zeit dient dem gemeinsamen Kennenlernen; man lebt, arbeitet und betet in der Gemeinschaft mit und beide Seiten überlegen in dieser ersten Phase, ob man sich für den nächsten Schritt entscheidet.

Folgende Stufen werden anschließend durchlaufen, deren Bedeutung ich zu gegebener Zeit erläutern werde:

  • Postulat (mindestens neun Monate)
  • Noviziat (ca. zwei Jahre)
  • Zeitliche Profess (fünf Jahre)
  • Ewige Profess

Freizeit

Neben der Arbeit im Gemüsegarten (freitags nur bis zum Mittag und dann Wochenende...) und den gemeinschaftlichen Aktivitäten blieb auch noch Zeit zur freien Verfügung. Natürlich fallen auch hier übliche Haushaltstätigkeiten an wie Wäsche waschen und bügeln, putzen, saugen, ...

Ansonsten nutzte ich die Zeit vor der Arbeit zum Joggen, erkundete am Wochenende die Umgebung mit Inline Skates und Wanderschuhen oder ging teilweise gemeinsam mit den Schwestern spazieren. Wenn es mal regnete oder gar gewitterte, las ich, schrieb E-Mails oder verfasste diesen Bericht hier…

Hier gibt es noch einige Bilder von meinen Spaziergängen und aus unserem Gemüsegarten.

 

Gewächshaus: Me...
Gewächshaus: Melonen und Gurken
Frühbeet: Kopfs...
Frühbeet: Kopfsalat
Gewächshäuser
Gewächshäuser
Acker
Acker
Mangold
Mangold
Acker: Salate
Acker: Salate
Rhabarber
Rhabarber
Lourdes Kapelle...
Lourdes Kapelle vom Kloster
Spaziergang in ...
Spaziergang in der Umgebung
Sonnenuntergang...
Sonnenuntergang über dem Nachbarort Erolzheim