Nachdem ich jetzt fast eine Woche in meinem neuen Zuhause bin, möchte ich viele Grüße an meine alte Heimat Neckarsulm senden und über meinen Start hier berichten.

Ankunft

Am 01. Mai 2017 kam ich nach einem festlichen Gottesdienst in St. Dionysius am Nachmittag im Kloster Bonlanden an und wurde von allen herzlich empfangen. Abends wurde im kleinen Kreis mit den für mich zuständigen Schwestern eine Vesper zu meiner Aufnahme gefeiert und anschließend gemeinsam gegessen. Die restliche Woche hatte ich Zeit meine Zimmer (im zweiten Stock im Gebäude auf dem Bild) zu beziehen, die wichtigsten „internen“ Orte kennenzulernen (wo ist die Waschküche etc.), meine Sachen auszupacken und einzuräumen. Ab der kommenden Woche werde ich im Gemüsegarten mithelfen.

Klosteralltag

In der ersten Woche nahm ich ansonsten am normalen Klosteralltag teil, den ich aus früheren Besuchen schon gut kannte. Die Gebetszeiten bestehen in Bonlanden grob zusammengefasst aus der Laudes (Morgenlob) um 7 Uhr, dem Mittagsgebet (Montag bis Freitag) und der Vesper (Abendlob) jeweils in der Hauskapelle. Dienstag bis Donnerstag findet eine Messe zu den regulären Gebetszeiten morgens oder abends statt, samstags um 11:15 Uhr. Außerdem ist werktäglich vormittags eucharistische Anbetung. Die Eucharistiefeier am Sonntag wird zusammen mit der Gemeinde um 9 Uhr in der Klosterkirche (siehe Bild) gefeiert. Aber auch zu den anderen Gebetszeiten in der Kapelle sind Gäste jederzeit willkommen. Den Sonntagabend beschließen die Schwestern nach dem Abendessen mit der Komplet (Nachtgebet) in der Hauskapelle.

Zu den drei Hauptmahlzeiten am Tag wird gemeinsam im Refektorium gegessen. Sollte man jedoch aus beruflichen oder anderen Gründen nicht kommen können, kann man sich auch abmelden. Das gleiche gilt übrigens auch für die Gottesdienste. Außerhalb dieser Zeiten geht jede Schwester ihrer Arbeit nach. Es gibt natürlich auch noch gemeinsame Aktivitäten (z.B. Bibel teilen), von denen ich berichten werde sobald ich sie kennengelernt habe.

Chor

Gleich in der ersten Woche durfte ich zur Probe des Chors „Cantemus“ gehen, der von einer Schwester geleitet wird. Dort habe ich erfahren, dass wir gleich am kommenden Sonntag die Marienandacht mitgestalten werden und ich kannte kein einziges Lied… Ich hoffe, dass mir meine Erfahrung vom Kirchenchor St. Dionysius am Sonntag weiterhelfen wird und zum Glück gibt es ja noch die anderen Sängerinnen und Sänger.

Stiller Tag

Gleich zu Beginn konnte ich auch den sogenannten „stillen Tag“ miterleben, den es einmal im Monat gibt. Früher fand dieser Tag immer sonntags statt, im Moment wird für das restliche Jahr ausprobiert, ob der Tag besser auf den Samstag oder Montag gelegt wird.

Der stille Tag dient der inneren Einkehr - die Schwestern sollen an diesem Tag bewusst zu sich und zu Gott finden und dazu versuchen ihre Arbeit auf einen anderen Tag zu legen. Begonnen wird der stille Tag am Vorabend mit einem Impuls für den kommenden Tag anstatt der Vesper. Das anschließende Abendessen findet im Schweigen statt und auch der ganze nächste Tag wird im Schweigen verbracht bis zur Vesper, mit der ein stiller Tag endet.

Am stillen Tag selbst finden bis zur Vesper keine gemeinsamen Gebets- oder Essenszeiten statt, jede kann den Tag für sich gestalten. Man kann z.B. auch einfach den Rucksack packen und den ganzen Tag unterwegs sein.

Dieses Mal stammte der Impuls aus dem Buch Jesaja (50, 4):

„Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger.“

Über das Kloster Bonlanden:

Nachdem ich jetzt schon einiges über das tägliche Leben hier berichtet habe, wollte ich auch noch kurz das Kloster selbst vorstellen. Das Mutterhaus Bonlanden befindet sich in der Nähe von Memmingen im Landkreis Biberach, es gehört also noch zu Württemberg und somit zur Diözese Rottenburg-Stuttgart. Der offizielle Name lautet „Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis Mariens“, aber umgangssprachlich wird einfach von den „Franziskanerinnen von Bonlanden“ gesprochen.

Gegründet wurde das Kloster von Faustin Mennel nach den Regeln des Heiligen Franziskus Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Hauptaufgabe sollte die Bildung für Frauen und Mädchen sein, weshalb es auch lange Jahre ein Internat im Mutterhaus gab. In Deutschland gibt es noch zwei weitere Standorte mit Schwesternkonvent:

  • in Ulm befindet sich die katholische freie Mädchenschule mit Grund- und Realschule sowie Gymnasium
  • in Villingen-Schwenningen gibt es ein Altenheim und eine Kindertagesstätte

In der deutschen Provinz leben zurzeit knapp unter 30 Schwestern sowie ein Hausgeistlicher, der die Gottesdienste mit den Schwestern feiert. Weit mehr Schwestern leben in Südamerika, wo es Standorte in Brasilien, Argentinien und Paraguay gibt. Dort unterhalten die Schwestern mehrere Schulen und kümmern sich um die Kinder, Jugendlichen und Armen.

 

Im Mutterhaus Bonlanden gibt es heutzutage vielfältige Angebote:

  • Krippenmuseum
  • Hostienbäckerei
  • Bioland-Gärtnerei
  • Mutter-Erde-Garten (siehe Bilder oben)
  • Klosterladen
  • Klostercafé (siehe Bild)

Außerdem befindet sich hier ein Tagungszentrum, das Gästehaus San Damiano und weitere Gästezimmer in den vorhandenen Gebäuden (siehe Bilder unten), wo sowohl Einzelgäste als auch Gruppen übernachten und tagen können. Auch von den Schwestern selbst werden verschiedene Kurse angeboten wie z.B. WEG-Exerzitien, wodurch ich das Kloster Bonlanden kennengelernt habe. Neben den Schwestern sind auch etliche Angestellte in den verschiedenen Bereichen beschäftigt wie zum Beispiel in der Küche, im Tagungshaus, im Garten, in der Anlagenpflege...

Gäste sind also jederzeit herzlich willkommen!!!

Auf der Homepage vom Kloster Bonlanden können Sie noch weitere Informationen finden und hier unten befinden sich noch ein paar Eindrücke aus Bonlanden:

Gründer Faustin...
Gründer Faustin Mennel
Klosterkirche
Klosterkirche
Hauskapelle
Hauskapelle
Gästehaus San D...
Gästehaus San Damiano
Gästebereich Fo...
Gästebereich Fonte Colombo
Mutter Erde Gar...
Mutter Erde Garten
Mutter Erde Gar...
Mutter Erde Garten
Mutter Erde Gar...
Mutter Erde Garten
Mutter Erde Gar...
Mutter Erde Garten